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Bachelor of Arts in Politikwissenschaft

Bachelor of Arts in Politikwissenschaft

Neuigkeiten zum Studium, aktuelle Hinweise und Details zu Informationsveranstaltungen finden Sie auf der Webseite Aktuelles zum Studium.

Studienprogramm

Das Studium der Politikwissenschaft im Bachelor of Arts (BA) ist inhaltlich breit aufgestellt und deckt das gesamte Spektrum der Politikwissenschaft und ihrer Subdisziplinen ab.

Studierende in unseren BA-Studienprogrammen trainieren intensiv methodische Fähigkeiten und analytische Skills, welche eine reflektierte kritische Auseinandersetzung mit den Themen der Politikwissenschaft ermöglichen. Sie lernen verschiedene Theorien und ihre konkreten Anwendungen anhand von Fallbeispielen kennen. Verwandte sozialwissenschaftliche Disziplinen wie Wirtschaft, Soziologie, Kommunikation, aber auch Aspekte der Philosophie, Rechtswissenschaft oder Geschichte und Area Studies wie Asienstudien, etc. finden durch Crosslisting Eingang in das Lehrangebot. Wir fördern Praktika  und Auslandsaufenthalte. Diese können in das Studium integriert und an Ihren Abschluss im Major (120 ECTS) oder Minor (60 ECTS) angerechnet werden.

Der Abschluss im Minor Politikwissenschaft (60 ECTS) befähigt Sie zur Aufnahme eines unserer daran anschliessenden Masterprogramme Politikwissenschaft (Major (90 ECTS) oder Mono (120 ECTS)) ohne weitere Auflagen.

Major Politikwissenschaft

Der Major Politikwissenschaft (120 ECTS) dauert in Regelstudienzeit sechs Semester. Das Programm kann nur in einer Kombination mit einem Minor studiert werden. Offizieller Studienbeginn ist das Herbstsemester. Im Falle eines UZH-internen Programmwechsels oder bei einem geplanten Wechsel von einer anderen Universität an die UZH zum Frühlingssemester melden Sie sich bitte bei der Studienberatung. Ein Teilzeitstudium ist generell und ohne weitere Formalitäten möglich – allerdings kann dies die Studienzeit verlängern.

Studienaufbau

Der Studienaufbau ist in den Rechtsgrundlagen definiert, insbesondere dem Anhang zur Studienordnung sowie dem Modulkatalog. Gern stellen wir zusätzlich eine graphische Übersicht des Studienaufbaus (PDF, 67 KB) sowie ein Mustercurriculum bereit.

Studieninhalte

1. Studienjahr - Einführung

Im ersten Studienjahr wird die Modulgruppe «Einführung in die Politikwissenschaft» absolviert. Diese besteht aus den Einführungsmodulen «Politische Systeme und Theorien I» (Herbstsemester) und «Politische Systeme und Theorien II» (Frühjahrssemester), den Methodenmodulen «Einführung in die Forschungslogik» (Herbstsemester) und «Einführung in die Statistik» (Frühjahrsemester) sowie dem Modul «Einführung in die Schweizer Politik» (Herbstsemester). Näheres zum Inhalt der einzelnen Module entnehmen Sie bitte den entsprechenden Modulbeschreibungen im Modulkatalog.

2. und 3. Studienjahr - Vertiefung

Im zweiten und dritten Studienjahr müssen in der Modulgruppe «Vertiefung politikwissenschaftlicher Teilbereiche» 24 ECTS erworben werden. Dies entspricht acht von zwölf frei wählbaren, theoriegeleiteten Vorlesungen zu Teilbereichen der Politikwissenschaft.

Aufbauend auf diesen acht ausgewählten Vorlesungen der «Vertiefung» werden vier Seminare aus der Modulgruppe «Anwendung politikwissenschaftlicher Teilbereiche» absolviert. Diese Module erbringen ebenfalls 24 ECTS. In jedem Modul werden mehrere Seminare mit max. 25 Teilnehmenden angeboten, die das zuvor in der entsprechenden Vorlesung angeeignete theoretische Wissen durch konkrete Forschungsthemen aus der Praxis vertiefen. Grundsätzlich kann immer nur eine Veranstaltung pro Modul absolviert werden.

Zudem werden im zweiten Studienjahr die zwei Module der Modulgruppe «Methoden» absolviert: «Fortgeschrittene Statistik» (Herbstsemester) und «Einführung in die qualitativen Methoden» (Frühjahrssemester).

3. Studienjahr - Spezialisierung und Bachelorarbeit

Die Spezialisierung finden in der Regel im Herbstsemester statt und sind im Vorlesungsverzeichnis in der Modulgruppe «Abschluss» aufgelistet. In einer Gruppe von max. 15 Studierenden bereiten Sie sich auf das Abfassen der Bachelorarbeit vor. Eine Spezialisierung kann thematisch einem oder mehreren Teilbereichen der Politikwissenschaft zugeordnet werden. Das Abschätzen Ihrer Vorkenntnisse aus Vertiefungen und Anwendungen und die Priorisierung der Spezialisierungen bei der Modulbuchung liegen in Ihrer Eigenverantwortung. Ein Platz in der Wunschspezialisierung kann aufgrund der Knappheit der Plätze leider nicht garantiert werden.

Das Modul «Bachelorarbeit» findet in der Regel im Frühjahrssemester statt und baut auf der Spezialisierung auf. Ihre Bachelorarbeit basiert auf dem Projekt der Spezialisierung. Die Bachelorarbeit wird in der Regel durch den/der Dozierenden der Spezialisierung betreut.

Um die Vereinbarkeit mit einem Austauschsemester sowie das Studium in Teilzeit zu erleichtern, werden seit 2024 nach Möglichkeit zwei Spezialisierungen mit insgesamt max. 30 Plätzen im Frühlingssemester angeboten, an die sich dann im Herbstsemester die entsprechenden Bachelorarbeiten anschliessen.

Weitere Informationen und formale Vorgaben zur Bachelorarbeit finden Sie auf den Seiten des Studiendekanats der PhF.

Fachliche Beratung und weitere Informationen zu Bibliotheksressourcen finden Sie auf den Seiten der Universitätsbibliothek.

Weitere curriculare Module

Um den Major Politikwissenschaft abzuschliessen, müssen Sie weitere neun ECTS aus dem gesamten Programm Politikwissenschaft erwerben. Das können zusätzliche vertiefende Vorlesungen, Seminare der Anwendungen, oder Module der Modulgruppe «weitere curriculare Module» sein. Sie können die ECTS frei wählen und zeitlich flexibel absolvieren. Auch die Anrechnung von ECTS aus dem Auslandsstudium oder eines Praktikums ist möglich.

Studienabschluss

Für den Abschluss ist grundsätzlich das Studiendekanat der Philosophischen Fakultät (PhF) zuständig. Entsprechend finden Sie sämtliche Informationen zum Prozess des Abschlusses auf den Seiten der PhF. Sollten Sie Fragen zu Ihrer Studienplanung haben, stehen wir natürlich gerne zur Verfügung. 

Kursangebot des Programms

Das aktuelle Angebot des Programms findet sich im Vorlesungsverzeichnis der UZH.

Minor Politikwissenschaft

Der Minor in Politikwissenschaft (60 ECTS) dauert in Regelstudienzeit vier Semester. Das Programm kann nur in einer Kombination mit einem Major studiert werden. Offizieller Studienbeginn ist immer das Herbstsemester. Im Falle eines UZH-internen Programmwechsels oder bei einem geplanten Wechsel von einer anderen Universität an die UZH zum Frühlingssemester melden Sie sich bitte bei der Studienberatung. Ein Teilzeitstudium ohne weitere Formalitäten möglich – allerdings kann dies die Studienzeit verlängern.

Studienaufbau

Der Studienaufbau ist in den Rechtsgrundlagen definiert, insbesondere dem Anhang zur Studienordnung sowie dem Modulkatalog. Gern stellen wir zusätzlich eine graphische Übersicht des Studienaufbaus (PDF, 65 KB) sowie ein Mustercurriculum bereit.

Studieninhalte

1. Studienjahr - Einführung

Im ersten Studienjahr wird die Modulgruppe «Einführung in die Politikwissenschaft» absolviert. Diese besteht aus den Einführungsmodulen «Politische Systeme und Theorien I» (Herbstsemester) und «Politische Systeme und Theorien II» (Frühjahrssemester), den Methodenmodulen «Einführung in die Forschungslogik» (Herbstsemester) und «Einführung in die Statistik» (Frühjahrsemester) sowie dem Modul «Einführung in die Schweizer Politik» (Herbstsemester). Näheres zum Inhalt der einzelnen Module entnehmen Sie bitte den entsprechenden Modulbeschreibungen im Modulkatalog.

2. und 3. Studienjahr - Vertiefung

Im zweiten und dritten Studienjahr müssen in der Modulgruppe «Vertiefung politikwissenschaftlicher Teilbereiche» neun ECTS erworben werden. Das entspricht drei von zwölf frei wählbaren, theoriegeleiteten Vorlesungen zu Teilbereichen der Politikwissenschaft.

Aufbauend auf einer der Vorlesungen aus der Modulgruppe «Vertiefung» wird ein Seminar aus der Modulgruppe «Anwendung politikwissenschaftlicher Teilbereiche» absolviert. Dieses Modul erbringt sechs ECTS. In jedem Modul werden mehrere Seminare mit max. 25 Teilnehmenden angeboten, die das zuvor in der entsprechenden Vorlesung angeeignete theoretische Wissen durch konkrete Forschungsthemen aus der Praxis vertiefen. Im Modulkatalog wird für jedes Modul der «Anwendungen» die entsprechende Vorlesung der «Vertiefungen» als Voraussetzung definiert. Die Einhaltung dieser Vorgabe obliegt Ihrer Eigenverantwortung, Ausnahmen sind bei Vorliegen vergleichbarer Vorkenntnisse nach Rücksprache mit den Dozierenden der Seminare möglich.

Zudem werden im zweiten Studienjahr die zwei Module der Modulgruppe «Methoden», absolviert: «Fortgeschrittene Statistik» (Herbstsemester) und «Einführung in die qualitativen Methoden» (Frühjahrssemester).

Weitere curriculare Module

Um das Programm Politikwissenschaft (Minor 60 ECTS) abzuschliessen, müssen Sie weitere 3 ECTS aus dem gesamten Programm Politikwissenschaft erwerben. Das kann eine zusätzliche vertiefende Vorlesung, ein Seminar der Anwendungen, oder ein bzw. mehrere Module der Modulgruppe «weitere curriculare Module» sein. Die ECTS können Sie frei wählen und zeitlich flexibel absolvieren.

Studienabschluss

Für den Abschluss ist grundsätzlich das Studiendekanat der Philosophischen Fakultät (PhF) zuständig. Entsprechend finden Sie sämtliche Informationen zum Prozess des Abschlusses auf den Seiten der PhF. Sollten Sie Fragen zu Ihrer Studienplanung haben, stehen wir natürlich gerne zur Verfügung.

Kursangebot des Programms

Das aktuelle Angebot des Programms findet sich im Vorlesungsverzeichnis der UZH.

Methodenausbildung am IPZ

In unseren Studienprogrammen nimmt eine umfassende Methodenausbildung einen zentralen Stellenwert ein. Diese orientiert sich an einer gemeinsamen Vision der Methodenausbildung (PDF, 102 KB). Statt Techniken isoliert zu vermitteln, verfolgt die Methodenausbildung am IPZ die folgenden Ziele:

Verknüpfung von Methoden und Inhalten

Methoden werden im Kontext substantieller politikwissenschaftlicher Fragestellungen eingeführt und angewendet.

Praktische Anwendung und gesellschaftliche Relevanz

Studierende arbeiten regelmässig mit echten Daten, entwerfen Studiendesigns und interpretieren empirische Ergebnisse. Analytische Kompetenzen werden mit gesellschaftlich relevanten Fragen, Alltagsproblemen und beruflicher Praxis verknüpft.

Progressiver Kompetenzaufbau

Kompetenzen werden gezielt über Module hinweg aufgebaut: von der Beschreibung über die Inferenz zur Kausalanalyse, vom Anwenden einzelner Methoden zur Konstruktion vollständiger Forschungsdesigns.

Reflektiertes Denken

Studierende lernen, Methoden kritisch zu beurteilen – einschliesslich ihrer Annahmen und Grenzen.

BA Politikwissenschaft: Überblick über das Methodencurriculum

Das BA-Methodencurriculum umfasst fünf Module: vier Pflichtvorlesungen und ein angewandtes Seminarmodul. Die vier Vorlesungen folgen einer gezielten Sequenz: von grundlegenden quantitativen und deskriptiven Methoden über fortgeschrittene Modellierungsverfahren bis zur Einführung qualitativer Ansätze und einer Rückkehr zu den Grundelementen quantitativer und qualitativer Forschungsdesigns. Das angewandte Seminarmodul ermöglicht es Studierenden, ihre Kompetenzen durch inhaltlich anspruchsvolle, praxisorientierte Projekte zu vertiefen.

615-017  Einführung Methoden und Statistik – 1. Semester

Dieser Kurs ist die erste Begegnung der Studierenden mit der empirischen Politikwissenschaft. Die zentrale Herausforderung besteht darin, von Anfang an zu zeigen, dass Methoden unentbehrliche Werkzeuge sind, um die politischen Fragen zu beantworten, die Studierende beschäftigen. Um zu vermeiden, dass Methoden als abstrakte Hürde wahrgenommen werden, stehen inhaltliche Fragen im gesamten Kurs im Mittelpunkt.

Der Kurs gliedert sich in fünf empirische Kernaufgaben: Beschreibung, Populationsinferenz, statistische Modellierung, Vorhersage und Kausalinferenz. Im ersten Block lernen Studierende, mit Datensätzen zu arbeiten, Konzepte wie Operationalisierung und Messung zu verstehen sowie Visualisierungen und deskriptive Statistiken mit R zu erstellen. Der zweite Block führt in Stichprobentheorie und Wahrscheinlichkeitsrechnung ein und mündet in Hypothesentests und den Forschungszyklus. Der dritte Block bietet eine erste Begegnung mit der Regressionsanalyse – nicht als technische Übung, sondern als Weg, theoretische Ideen in empirische Tests zu übersetzen. Der abschliessende Block führt kausales Denken anhand von Fallstudiendesigns ein und legt damit den Grundstein für das folgende Semester.

Didaktisch gesehen bieten wöchentliche Tests und Übungen in der Vorlesung kontinuierliches formatives Feedback. Live-Abstimmungen (KlickerUZH) fördern die aktive Beteiligung, und ein KI-gestütztes System leitet Studierende anhand ihrer individuellen Leistung zu zusätzlichen Materialien weiter – ein zentraler Mechanismus für personalisiertes, selbstgesteuertes Lernen.

615-018  Aufbaukurs Methoden und Statistik – 2. Semester

Aufbauend auf dem ersten Kurs vertieft dieses Modul das quantitative Methodenrepertoire der Studierenden mit einem ausdrücklichen Schwerpunkt auf praktischer Anwendung. Jede Vorlesungssitzung wird durch eine substantielle politikwissenschaftliche Frage motiviert – etwa die Wirkung von Waffengesetzen auf Gewalt oder die Frage, ob vorfrankierte Wahlumschläge die Wahlbeteiligung erhöhen – und die in jener Woche eingeführte neue Methode wird zur Beantwortung dieser Frage eingesetzt.

Der Kurs beginnt mit dem kontrafaktischen Kausalitätsmodell und der Logik randomisierter Experimente, bevor er über mehrere Wochen in die lineare Regression einführt: zunächst als deskriptives und prädiktives Werkzeug, dann mit zunehmend komplexen Modellspezifikationen einschliesslich Interaktionen und Dummy-Variablen. Anschliessend wird Kausalinferenz aus Beobachtungsdaten behandelt: Panel-Modelle, Fixed Effects und Differenz-in-Differenzen-Designs. Unsicherheit und Hypothesentests werden bewusst erst später im Semester eingeführt, damit Studierende zunächst ein solides intuitives Verständnis der Modelle entwickeln können. Abgeschlossen wird der Kurs mit Modellen für binäre Ergebnisse (Logit und Probit).

Tutoriums-Sitzungen finden wöchentlich statt und sind um praxisnahe Übungen mit echten Daten strukturiert. Zwei dezidierte Wiederholungswochen – eine in der Semestermitte und eine am Ende – geben Studierenden die Möglichkeit, Gelerntes zu festigen und Lücken zu identifizieren. Tutoriatsgruppen sind klein gehalten, was Peer Learning und individuelle Unterstützung fördert. Zudem erhalten Studierende wöchentliche Übungen (KlickerUZH), um das konzeptuelle Verständnis neuer Themen zu überprüfen.

615-019  Fortgeschrittene Methoden und Statistik – 3. Semester

Der dritte quantitative Kurs operiert an der Schnittstelle methodologischer Versiertheit und eigenständiger Forschung. Er hat vier inhaltliche Schwerpunkte: fortgeschrittene Regressionsmodelle für unterschiedliche Datenstrukturen, Messung latenter Variablen, Survey- und Experimentaldesign sowie maschinelles Lernen.

Studierende lernen, kategoriale und Zählvariablen zu modellieren, mit Zeitreihen und Paneldaten umzugehen und mit Mehrebenenstrukturen zu arbeiten – alles Bereiche, in denen politikwissenschaftliche Daten häufig die Standardannahmen der OLS-Regression verletzen. Ein eigener Abschnitt führt in exploratorische und konfirmatorische Faktorenanalyse ein und vermittelt Werkzeuge zur Konstruktion und Validierung von Messinstrumenten. Ein Block zu Experimentaldesign und Fragebogenkonstruktion verbindet Datenanalyse mit Datenerhebung und schliesst damit den Forschungszyklus. Schliesslich erwerben Studierende Kenntnisse über Methoden des maschinellen Lernens und deren mögliche Einsatzbereiche in der Politikwissenschaft.

Das prägende didaktische Merkmal dieses Kurses ist ein semesterlanges Gruppenprojekt, in dem Teams von fünf Studierenden eine eigenständige empirische Studie von Anfang bis Ende durchführen: Forschungsfrage formulieren, Literatur recherchieren, Hypothesen entwickeln, Daten erheben und analysieren sowie Ergebnisse als Poster präsentieren. Dieses Projekt macht den Forschungszyklus konkret erfahrbar und fördert die Kooperationskompetenzen, die Studierende für ihre Abschlussarbeit benötigen. Individuelle Aufgaben und ein starker Fokus auf reproduzierbare Arbeitsabläufe mit R und Quarto stärken zusätzlich eine professionelle Forschungspraxis.

615-021  Forschungsdesign und Qualitative Methoden – 4. Semester

Dieser Kurs vermittelt Studierenden einen Überblick über verschiedene Typen und Grundelemente politikwissenschaftlicher Forschungsdesigns und führt in die Logik, Werkzeuge und Praxis qualitativer Forschung ein. Durch die Betonung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden sowie Stärken und Schwächen verschiedener quantitativer und qualitativer Ansätze zielt der Kurs darauf ab, die Fähigkeit der Studierenden zu erweitern, die geeignete empirische Methode für eine vorliegende Forschungsfrage auszuwählen und anzuwenden.

Der Kurs beginnt mit einer Rückkehr zu den Grundlagen der Forschungslogik und des Forschungsdesigns sowie einem Überblick über die Vielzahl quantitativer und qualitativer Forschungsdesigns. Anschliessend werden Theoriebildung, Fallauswahl, Konzeptualisierung, Operationalisierung und Datenerhebungstechniken (Interviews, Dokumente, Feldforschung) behandelt und deren Bedeutung als Grundlage beider Forschungstypen erörtert. Im letzten Teil führt der Kurs qualitative Analysemethoden ein, mit Fokus auf Einzel- und vergleichende Fallstudien, Process Tracing und QCA. Abgeschlossen wird mit Mixed-Methods-Designs, die qualitative und quantitative Ansätze explizit verknüpfen.

Dieser Kurs verbindet theoretische Diskussion mit praktischer Anleitung und Forschungserfahrung. Studierende gewinnen Sicherheit in der Durchführung qualitativer Forschung, indem sie ein qualitatives Interview durchführen, transkribieren und analysieren. Tutoriums-Sitzungen sind eng mit der Vorlesung verzahnt und dienen der Klärung offener Fragen, der Erkundung praktischer Anwendungsmöglichkeiten der in der Vorlesung behandelten Methoden sowie deren Übung. Der Kurs befähigt Studierende damit, eigene Forschungsprojekte zu planen und durchzuführen und den Wert sowohl quantitativer als auch qualitativer Ansätze zu verstehen.

615-036  Angewandte Methoden (Seminare) – 4.–6. Semester

Das Modul Angewandte Methoden besteht aus einer rotierenden Auswahl vertiefender Forschungsseminare. Anders als die Pflichtvorlesungen ermöglichen es diese Seminare den Studierenden, ein Thema zu wählen, das ihren inhaltlichen Interessen entspricht, während sie gleichzeitig ihr methodisches Repertoire in einem fokussierten, anwendungsorientierten Rahmen vertiefen. Aktuelle Beispiele sind Tackling Big Questions Using Social Data Science und Data Science for Peace and Development.

Diese Seminare teilen eine gemeinsame didaktische Logik: Studierende begegnen einer substanziellen gesellschaftlichen Herausforderung (Einsamkeit, politische Polarisierung, Konflikte, Menschenrechte) und erlernen die quantitativen oder qualitativen Methoden, die zur empirischen Untersuchung dieser Herausforderung benötigt werden. Je nach Seminar arbeiten Studierende mit Panel-Regressionen, Matching-Techniken, agentenbasierten Modellen, sozialer Netzwerkanalyse, maschinellem Lernen oder Kausalinferenz – stets im direkten Dienst des Verständnisses eines realen Phänomens.

Die Prüfungsformate in diesen Seminaren sind bewusst innovativ gestaltet. In einem Seminar reichen Studierende im Laufe des Semesters kurze 30-sekündige Videopräsentationen ein – begleitend zu Datenanalyseaufgaben – und entwickeln damit kommunikative neben analytischen Kompetenzen. In einem anderen Seminar verfassen Studierende eine eigenständige datengetriebene Forschungsarbeit mit Präsentationskomponente. Beide Formate priorisieren die echte Auseinandersetzung mit empirischen Belegen und fördern jene Art von selbstgestütztem, eigenständigem Lernen, das auf die Abschlussarbeit und darüber hinaus vorbereitet.

Methodenausbildung im BA-Curriculum als Ganzes

Zusammen bilden die fünf beschriebenen Module einen kohärenten und progressiven Weg zur Methodenkompetenz. Studierende bewegen sich von grundlegender Datenkompetenz und deskriptiver Analyse über Kausalinferenz und fortgeschrittene Modellierung, während sie gleichzeitig qualitative Kompetenzen entwickeln und erleben, was es bedeutet, eigenständige Forschung zu planen, durchzuführen und zu kommunizieren. Auf jeder Stufe wird das Methodencurriculum unseres BA-Programms von der Überzeugung geleitet, dass das Erlernen von Methoden bedeutet, bessere Fragen stellen zu lernen – und diese mit Strenge, Sorgfalt und intellektueller Redlichkeit zu beantworten.

Das IPZ-Methodencurriculum ist so in das Studienprogramm eingebettet, dass Studierende während ihres gesamten Studiums zahlreiche und vielfältige Gelegenheiten haben, die in spezifischen Methodenveranstaltungen erworbenen methodischen Kompetenzen kontinuierlich zu festigen und zu erweitern, diese anzuwenden und deren praktische sowie gegebenenfalls zukünftige berufliche Relevanz frühzeitig zu erkennen. Um dies zu gewährleisten, integrieren angewandte Seminare methodologische Fragen in substantielle theoretische Diskussionen. Diese Diskussionen können verschiedene Phasen des Forschungsprozesses berühren (Forschungsfrage, Forschungsstand, Theorie, Forschungsdesign, Datenerhebung, Datenbeschreibung und Datenanalyse). Auf diese Weise wird methodenintensives forschungsbasiertes Lernen über das gesamte Studium hinweg praktiziert.

Das Curriculum als Ganzes spiegelt eine bewusste Entscheidung für Breite und Tiefe wider: Breite in der Abdeckung quantitativer und qualitativer Traditionen sowie einer Vielfalt von Methoden; Tiefe darin, dass Studierende echte Kompetenz und Sicherheit entwickeln statt oberflächlicher Vertrautheit. Das BA-Methodencurriculum rüstet Studierende nicht nur mit technischen Fertigkeiten aus, sondern auch mit dem konzeptuellen Verständnis und dem intellektuellen Selbstvertrauen, um empirische Politikwissenschaft zu betreiben. Das Ergebnis ist eine Methodenausbildung, die nicht mit dem Studienabschluss endet – sondern Studierende darauf vorbereitet, Methoden ihr gesamtes akademisches und berufliches Leben lang weiterzulernen und anzuwenden.

Das Studium planen

Zur Planung Ihres Studiums helfen die Studienplanungstabellen für den Major 120 ECTS (XLSX, 27 KB) sowie den Minor 60 ECTS (XLSX, 27 KB). Nutzen Sie diese Tabelle am besten in Ergänzung zur  App Studienfortschritt und Abschluss im Studierendenportal, die Ihre bereits erbrachten Leistungen sowie die gebuchten Module zeigt. So können Sie in Echtzeit Ihren gesamten Studienverlauf bis zum Abschluss planen.

Bewerbung, Zulassung und Fristen

Offizieller Studienbeginn ist das Herbstsemester. Im Falle eines UZH-internen Programmwechsels oder bei einem geplanten Wechsel von einer anderen Universität an die UZH zum Frühlingssemester melden Sie sich bitte bei der Studienberatung. Ein Teilzeitstudium ist ohne weitere Formalitäten möglich – allerdings wird dies die Studienzeit voraussichtlich verlängern.

Für alle Fragen zur Bewerbung und Zulassung ist grundsätzlich die Kanzlei bzw. die Zulassungsstelle der UZH zuständig. Alle Informationen dazu finden Sie somit auf den hier verlinkten Seiten. Das IPZ darf hierzu keine verbindlichen Auskünfte geben.

Die Bewerbungsfristen und alle weiteren Termine für dem Studienstart im Herbst- und Frühjahrssemester finden sie ebenfalls auf den Seiten der Kanzlei.

Prüfungen und Leistungsnachweise

Die Prüfungen im HS finden in den letzten 2 Vorlesungswochen statt (KW 50 & 51) sowie jeweils die Haupt- und Wiederholungstermine der Pflichtmodule Anfang Januar und Anfang Februar (KW 1 & 6). Aktuelle Prüfungstermine für HS.

Die Prüfungen im FS finden in den letzten 2 Vorlesungswochen statt (KW 21/22) und Mitte Juni sowie Ende August (KW 25 & 35). Aktuelle Prüfungstermine für FS.

Pflichtmodule werden etwa zwei Wochen nach Ende der Vorlesungszeit geprüft. Wiederholungsprüfungen folgen dann 1-2 Monate später im selben Semester.

Die Prüfungen zu den Vorlesungen der Modulgruppe «Vertiefung politikwissenschaftlicher Teilbereiche» im Bachelor Politikwissenschaft (Major und Minor) finden generell in der letzten Sitzung des Semesters statt. Eine Wiederholung ist erst im Folgejahr möglich. Ausweichtermine gibt es nicht.

Bitte reichen Sie bei der Abgabe von schriftlichen Leistungen (Hausarbeiten, Bachelor- und Masterarbeiten, weitere Typen von Leistungen wie z.B. Essays) jeweils die ausgefüllte Selbstständigkeitserklärung des IPZ mit ein.

Alle weiteren organisatorischen und technischen Informationen zu Prüfungsdetails (Anmeldung, Abmeldung, Prüfungsformen, Tipps und Hilfestellungen etc.) finden Sie in unserem Leitfaden (PDF, 369 KB).

Rechtsgrundlagen

Sie finden alle Rechtsgrundlagen, die Modulkataloge, Mustercurricula, sowie die Anhänge zur Studienordnung auf der Webseite der Philosophischen Fakultät. Generelle Informationen rund um das Studium an der PhF finden Sie auf den Seiten der Student Services  der Fakultät.

Ansprechpersonen

Funktion

Person

Telefon

E-Mail

Studienprogramm-koordination & Studienberatung Dr. Hanno Degner 044 634 58 30 studium@ipz.uzh.ch
Prüfungskoordination Naome Czisch 044 634 39 71 studium@ipz.uzh.ch
Koordination Student Exchange Sarah Krenz 044 634 38 44 mobility@ipz.uzh.ch
Technische Probleme bei der Modulbuchung Student Services der PhF 044 634 54 10 modulbuchung@phil.uzh.ch
Sekretariat IPZ Louise Rapaud, Lila Ziegler, Jasmina Sahman 044 634 58 35 sekretariat@ipz.uzh.ch
Fachverein Polito Vorstand Fachverein Polito   polito@ipz.uzh.ch
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