Flora Shkodra

«Dank Praktikum konnte ich direkt in den Job einsteigen.»

Flora Shkodra, Data Analyst Generali

Welche Themen haben dich im Studium besonders begeistert?

Die Internationale Politik, die globalen Themen, wie z. B. Konflikte entstehen oder wie verschiedene Länder zueinanderstehen, fand ich besonders spannend. Ich habe bereits beim Nachrichtenlesen angefangen zu analysieren. Am wenigsten gefallen haben mir zuerst die Methoden. Als ich aber ein Praktikum als wissenschaftliche Praktikantin gemacht, mit «richtigen» Daten gearbeitet und diese ausgewertet habe, hat es mich gepackt. Ich habe bemerkt, wie viel ich damit machen kann.

Hattest du auch Frust im Studium?

Jeder kennt das wohl! Ich habe dann gerne gegessen und mich mit anderen Studierenden ausgetauscht. Wir hatten etwa zur gleichen Zeit ähnliche Probleme – Prüfungsstress, Abgabetermine, Enttäuschungen... Ich bekam viel Bestätigung von Kommilitoninnen, das hat mir sehr geholfen. Der erste grosse Durchhänger kam mit meiner Bachelorarbeit. Die Herausforderung war riesig – bis ich die richtigen Daten hatte, das Modell richtig programmiert hatte, das hat einfach gedauert.

Was war für dich die grösste Überraschung beim Übergang in das Berufsleben?

Ich arbeite als Datenanalystin, analysiere die Daten für das Management. Ein grosses Projekt ist, Big Data zu integrieren. Gerade jetzt passiert sehr viel auf diesem Gebiet. Ich kann sehr viel ausprobieren, es ist enorm spannend! Die grosse Überraschung war die Ernsthaftigkeit meiner Arbeit. Im Studium konnte ich auch mal weniger machen und bin durchgekommen. Hier muss ich immer sehr gute Arbeit leisten, weil alles Konsequenzen hat. Beispielsweise wenn ich Mitarbeiterproduktivität messe! Die Zahlen müssen exakt stimmen, da aufgrund dieser Zahlen Entscheidungen getroffen werden, die weitreichende Folgen haben könnten.

Gibt es Fähigkeiten aus dem Studium, die du heute in deinem Beruf anwenden kannst?

Die wichtigste Fähigkeit ist das systematische Vorgehen. Ich weiss, wo und wie ich recherchieren, wie ich Informationen filtern muss. Als Studienanfängerin war mir das nicht bewusst, aber im Beruf ist es das Wichtigste. Und natürlich die Methoden, die sind bei Datenanalyse unverzichtbar. Als Sozialwissenschaftlerin weiss ich zum Beispiel, dass nicht alles direkt messbar ist, bin es gewohnt, das Problem auch von dieser Seite zu beurteilen.

Hat etwas Bestimmtes deinen Berufseinstieg erleichtert?

Das Entscheidende war mein Praktikum! Hätte ich das nicht gemacht, wäre ich vielleicht nie auf die Idee gekommen, als Data Analyst zu arbeiten. Erst wollte ich als Wissenschaftliche Mitar- beiterin beim Staat arbeiten, habe mich dann doch für die Privatwirtschaft entschieden. Dank Praktikum konnte ich direkt in den Job einsteigen.

Was magst du an deinem Beruf?

Vor allem die Flexibilität und Selbständigkeit. Das finde ich toll. Ich kann selbst organisieren, wie und wann ich arbeite. Wir haben ein cooles Team, interdisziplinär und mehrsprachig. Und vor allem die Datenanalyse, zu sehen, wie sie wirklich funktioniert und wie sie in einem Unternehmen eingesetzt wird.

Was gefällt dir im Berufsleben besser als im Studium?

Dass ich nach Feierabend wirklich fertig bin mit der Arbeit! Im Studium hatte ich immer noch was zu tun, da war eigentlich immer Montag. Auch Geld verdienen, nicht nur arbeiten, sondern auch etwas dafür zu bekommen, ist schon schön!

Ist dein berufliches Umfeld so, wie du es dir vorgestellt hast?

Eigentlich ja. Da ich schon während des Studiums immer gearbeitet habe, wusste ich recht gut, was kommt und worauf es ankommt. Allerdings sieht man erst mit dem konkreten Job, was man alles verstehen und einordnen muss, auch politisch und historisch. Darauf ist man so nicht vorbereitet. Ich finde es wichtig, sich nicht von Anfang an zu sehr festzulegen. Zuerst konnte ich mir gar nicht vorstellen, in der Privatwirtschaft zu arbeiten, dass es geklappt hat, war dann eher Zufall.

Die beste Anekdote aus dem Studium?

Als Anfängerin habe ich mal eine Arbeit geschrieben, da hatte ich noch nicht so viel Ahnung von der Datenanalyse. Ich habe viel manuell gearbeitet und da passieren Fehler. Erst nach der Abgabe der Arbeit habe ich gemerkt, dass die Daten verzerrt waren. Ich habe es aber dann nicht gemeldet. Es war zwar eine kleine Arbeit, aber trotzdem ein komisches Gefühl. So etwas kann man im Berufsleben wirklich nicht machen!