Beni Meier

«Nach dem Studium wollen die Arbeitgeber Berufserfahrung sehen.»

Beni Meier, Leiter Unternehmenskommunikation, KPT Krankenversicherung

Warum hast du Politikwissenschaft als Studium gewählt?

Ich bin bei meiner Studienwahl mehrheitlich nach Interesse vorgegangen. Es ist entscheidend, dass man etwas studiert, was einen interessiert. Deswegen habe ich mich für Politikwissenschaft entschieden und würde es wieder machen.

Kannst du bestimmte Fähigkeiten aus dem Studium heute im Beruf anwenden?

Das fachliche Wissen hilft sicherlich. Das ist aber meines Erachtens nur ein kleiner Teil. Viel wichtiger finde ich andere Fähigkeiten, wie beispielsweise analytisches Denken, Prioritäten setzen, Zeit einteilen und unter Druck zu arbeiten. Und natürlich auch das Schreiben, das ich an der Universität durch das Verfassen der vielen Arbeiten gelernt habe. Schreiben ist heute eine meiner wichtigsten Tätigkeiten.

Hat dir sonst etwas den Berufseinstieg erleichtert?

Ja, meine Arbeitserfahrungen, die ich schon während meines Studiums sammeln konnte. Ich habe seit dem ersten Semester immer Teilzeit gearbeitet und zwar meistens 40%. Das sind extrem wertvolle Erfahrungen. Wenn man sich nach dem Studium bewirbt, wollen die Arbeitgeber Berufserfahrung sehen. Als reiner Studienabgänger hat man es schwer. Ich bin überzeugt, dass man in den meisten Fällen neben dem Studium arbeiten kann. Auch die Semesterferien kann man unterschiedlich nutzen. Ein Praktikum oder halt drei Monate Ferien. Ich habe immer Praktika gemacht und arbeitete beispielsweise bei einer PR Agentur. Das half mir enorm für die Entscheidung, später in einem solchen Bereich zu arbeiten.

Was gefällt dir an deiner heutigen Tätigkeit besonders gut?

Die extreme Vielfältigkeit meines Jobs, dass ich Verantwortung übernehmen und dass ich sehr flexibel und von überall her arbeiten kann. Inhaltlich fasziniert mich an meiner Tätigkeit als Leiter Kommunikation, dass ich ständig über Dinge Auskunft geben und kommunizieren muss, von denen ich einen Tag vorher noch keine Ahnung hatte. Ich darf mich immer wieder in neue Themen einarbeiten, um diese dann möglichst verständlich zu erklären. Das ist sehr spannend und herausfordernd. Dieses sich ständig und in kurzer Zeit in neue Bereiche einarbeiten und sich einen Überblick zu verschaffen, hat man auch im Studium gelernt.

Gibt es für dich einen Hauptunterschied zwischen Studium und Arbeitsleben?

Es hat beides seine Vor- und Nachteile. Es sind einfach verschiedene Phasen des Lebens und jede Phase ist besonders. Was ich aus der Studienzeit sicher nicht vermisse ist die teilweise sehr hektische Prüfungszeit und die fixen Strukturen des Stundenplans. Im Arbeitsleben hat man natürlich auch gewisse Termine, aber zumindest ich bin in der privilegierten Situation, dass ich meinen Terminplan grösstenteils selbst zusammenstellen und arbeiten kann, wann und wo ich möchte. Und grundsätzlich macht mir die praktische Arbeit einfach sehr viel Spass.

Hast du konkrete Pläne für die Zukunft?

Ich möchte meine Karriere gerne so weiterentwickeln wie bisher. Ich hatte das Glück, dass ich schon sehr jung immer verantwortungsvolle Positionen innehatte. Ich hoffe, dass es in dieser Art weitergeht. Einen Kommunikationsleiter braucht letztlich jedes Unternehmen. An der Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft gibt es viele Stellen und enorm spannende Tätigkeiten.

Welchen Rat möchtest du unseren heutigen Studierenden für den Berufseinstieg mitgeben?

Macht euch nicht zu viele Gedanken am Anfang des Studiums. Ihr müsst nicht schon am ersten Tag wissen, was ihr danach arbeiten wollt. Probiert vieles aus, holt für euch das Maximum aus dem Studium heraus und dann kommt es schon so, wie es muss. Es gibt nicht einfach einen richtigen Weg. Am Ende muss jeder schauen, dass es für ihn passt. Aber ich denke schon, dass das Modell, neben dem Studium zu arbeiten, ein Erfolgsmodell ist, das gut funktioniert.