Institut für Politikwissenschaft

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Politische Ökonomie und Philosophie

Der Studienschwerpunkt Politische Ökonomie und Philosophie fokussiert auf die Komplexität politischer Entscheidungen. Zahlreiche politische Entscheidungen betreffen eine längerfristige Zukunft, werden im Zeichen unsicheren Wissens gefällt, beinhalten meist gegenläufige Wertungen und sind von grosser gesellschaftlicher Tragweite. Um politische Entscheidungsprozesse zu verstehen - und um entsprechende Weichenstellungen wohlinformiert vorbereiten zu können - werden in diesem Schwerpunkt verschiedene disziplinäre und methodische Perspektiven miteinander in Beziehung gesetzt.
Politik bedeutet im Kern das Ringen um kollektiv verbindliche Zuteilungen von Gütern, Rechten und Pflichten. Politische Entscheidungsprozesse, ihre Bedingungen, Mechanismen und Konsequenzen und die damit verbundenen Konflikte zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen sind damit das zentrale Objekt der Politikwissenschaft. Um diese Prozesse zu verstehen, werden politische Phänomene im Rahmen des Schwerpunkts neben der zentralen politikwissenschaftlichen Perspektive - insbesondere der vergleichenden Politikwissenschaft und der Policy-Analyse, unter den Blickwinkeln der politischen Ökonomie, der politischen Soziologie und der Philosophie betrachtet. Die politökonomischen Lehrveranstaltungen vermitteln dabei spezifische Kompetenzen in der Analyse von sozioökonomischen Konflikten und dem Funktionieren und den Auswirkungen von Institutionen,in Rücksichtnahme auf die Probleme kollektiven Handelns unter Bedingungen ökonomischer Knappheit. Die politische Soziologie schärft den Blick für die sich wandelnden sozio-strukturellen Bedingungen, unter denen Politik einerseits stattfindet und welche die Politik anderseits prägt. Die Philosophie schliesslich gibt zusätzliches Rüstzeug, das zu allgemeinen Analysen befähigt: rigoros argumentieren, logisch denken, schlüssig begründen, kritisch befragen, historisch reflektieren.
Die Studierenden lernen in diesem Schwerpunkt politische Entscheidungsprobleme umfassend zu rekonstruieren, auf ihre politökonomischen, normativen und gegebenenfalls ethischen Komponenten hin zu befragen und die Qualität gemachter Annahmen systematisch zu beurteilen. Absolventen und Absolventinnen dieses Studienschwerpunktes sind besonders gut vorbereitet auf berufliche Perspektiven in der Wissenschaft und in politischen und wirtschaftlichen Entscheidungspositionen: Nebst dem wissenschaftlichen Mehrwert bietet der Schwerpunkt Politische Ökonomie & Philosophie eine breit ausgerichtete Regierungslehre, die Führungspersönlichkeiten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft darauf vorbereitet, effektiv und umsichtig zu agieren.

Lehrprogramm

Frühjahrssemester 2015

Clientelism and Democracy around the World (Saskia Pauline Ruth)
Global Justice (Francis Cheneval, Peter Schaber)
International Finance in Theorie und Praxis (Adriano Lucatelli)
Interessengruppen und soziale Bewegungen (Michelle Beyeler)
Inequality and political representation (Silja Häusermann, Hanna Schwander)
Risk and Politics (Francis Cheneval, Silja Häusermann, Stefanie Walter)

Herbstsemester 2015

Multilateral organizations, aid, and international development (Katharina Michaelowa, Bernhard Reinsberg)
Political Representation in Comparative Perspective (Daniele Caramani, N. N.)
Theories of Justice and distributive conflict in capitalist democracies (Francis Cheneval, Silja Häusermann, Stefanie Walter)
Globalization: An empirical political economy perspective (Kai Gehring)
Left-Right in Global Perspective (Daniele Caramani, N. N.)
International Finance in Theorie und Praxis (Adriano B. Lucatelli)
Economic Interdependence and Redistribution (Irene Menendez Gonzalez)
Politische Repräsentation (Francis Cheneval)