Lernstrategien: wie kriege ich das alles in meinen Kopf

Lernen geschieht in Phasen (Lernzyklus):

  1. Sichten (Sich einen Überblick verschaffen und lesen)
  2. Aufbereiten (Mind Mapping)
  3. Abspeichern (Gedächtnistechniken)
  4. Anwendung

Zum Sichten

Einordnung ist wichtig – sich also zuerst einen Überblick verschaffen. Ist dieses Buch überhaupt wichtig? (Abstract lesen oder Inhaltsverzeichnis durchgehen und davon eine Übersicht erstellen). Erstens spart das Zeit, ein unnötiges Buch zu lesen und zweitens beruhigt sich das limbische System (Informationstor zum Gehirn), wenn es Orientierungspunkte hat und das Gebiet abgesteckt ist. Informationen können also nach einer klaren Einordnung derselben, leichter aufgenommen werden.

Anknüpfungspunkte finden. Man kann sich Dinge viel besser merken (lernbiologisches Gesetz), wenn man sie mit vorhandenem Wissen verknüpft. Je mehr wir über ein Thema wissen, desto schneller können wir also mehr darüber lernen. Aller Anfang ist dagegen schwer. Es hilft, sich vor dem Lesen Gedanken zu machen, was man schon über das Thema weiss. Dann fällt das Verknüpfen leichter.

Fragen an den Text stellen. Versuchen Sie immer, sich zu überlegen, was dem Autor wichtig war am Text. Was hätte er noch ergänzen können? Wie hätten Sie diesen Punkt dargestellt? Diese Auseinandersetzung mit dem Text erhöht die Motivation, die Konzentration und sogar Ihre Erinnerung daran.

Begrenzung von Zeit und Lernstoff. Lerntechnisch ist es sehr sinnvoll, wenn man sich jede Lerneinheit in kleinere Etappen unterteilt. Dies fördert nachweislich die Energie. Der Stoff liegt nicht wie ein riesiger Berg vor Ihnen und Sie machen automatisch genügend Pausen.

Lesetechnik – Die Lesegeschwindigkeit ist eine Frage des Trainings. Was hilft ist die Orientierung der Augen an einer Lesehilfe (denn die Augen folgen einer Bewegung automatisch). Nimmt man also beispielsweise die Finger zu Hilfe und bewegt diesen extra schnell, kann man das Schnelllesen üben. Detailliertere Informationen finden Sie z.B. im Buch ‚Garantiert erfolgreich lernen‘ von Christian Grüning.

Zur Aufbereitung

Zur Aufbereitung des Textinhalts nehmen wir einige Punkte des Sichtens wieder auf, so das Einordnen und die Anknüpfungspunkte. Mit einem MindMap gelingt uns beides. Gehirngerecht platzieren wir die Hauptsache, um die es gehen soll, in der Mitte und ordnen die damit verknüpften Informationen thematisch strukturiert darum herum an. Da man die Informationen ganz neu strukturiert und graphisch darstellt, werden beide Hirnhälften benutzt, was zu einer erheblich besseren Gedächtnisleistung beiträgt. Darüber hinaus fördert die Arbeit mit Schlüsselwörtern das behalten der Informationen. Auf einer MindMap lassen sich die verschiedenen Verbindungen der Bereiche gut einzeichnen, was wiederum der Verknüpfung dient.

Zum Abspeichern

Planen Sie genügend Wiederholungen des Stoffes ein – nur so geht das Gelernte ins Langzeitgedächtnis über. Dabei sollte immer dann eine Stoffwiederholung eingebaut werden, wenn Ihr Gedächtnis nachlässt. Statistisch sieht das so aus: 1. Wiederholung nach 10 Minuten, 2. Wiederholung nach 1 Tag, 3. Wiederholung nach 1 Woche, 4. Wiederholung nach 1 Monat und eine 5. Wiederholung nach 6 Monaten.

Generell hilft beim Abspeichern ein ‚Sichern‘ der Inhalte auf möglichst vielen Sinnebenen – also über hören, sehen, fühlen, tasten und Geschmack. Arbeiten Sie hier mit Bildern, Eselsbrücken oder Geschichten – Kreativität hilft.

Mehr Informationen

Zum Lernen allgemein oder zu einzelnen Lerntechniken wie beispielsweise MindMapping oder Merkstrategien gibt es unzählige Bücher. Eine Auswahl finden Sie hier.